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Get started

Blues oder Rock in E

Get started mit der Bluesgitarre in E-Dur. Dass ein Musikstück dieser Tonart den Anfang macht, hat einen einfachen Grund: Get started hat den tiefsten Ton auf der offenen -Saite und ist damit einfach zu spielen.

und zeigen die Verwandtschaft zwischen Blues und Rock: beide Stücke sind identisch, sie haben das gleiche Notenbild. Der Unterschied liegt in der Angabe, wie die Achtel zu spielen sind:

  • Beim Rock klingen sie gleich lang (gerade).
  • Beim Blues klingt das erste Achtel länger und das zweite kürzer, als es dem Notenwert entspricht. Das klingt dann „schräg“ – im Blues als Shuffle und im Jazz als Swing bezeichnet. Das Ergebnis ist eine lang/kurz gespielte Folge von Achtelpaaren, die den Shuffle ergeben.

und sind Variationen von und etwas anspruchsvoller. Und sie verdeutlichen das Konzept: mit wenig Aufwand und einem buchstäblichen Herumschieben der Noten in MuseScore kannst du (ohne Kenntnisse der Musiktheorie) eigene Variationen erstellen. und sind wie ein Blues. Nimmst du den Shuffle raus, hast du einen Rock.

Eine Angabe wie in 𝄞5a definiert den Shuffle – oben links unter dem Tempo wie in 𝄞𝘉𝘎.1.1.x¹. Demnach klingt das erste Achtel mit der ⅔-Dauer eines Viertels und das zweite Achtel mit ⅓-Dauer des Viertels. Anders ausgedrückt klingt das erste Achtel mit der Dauer von zwei Achteltriolen und das zweite Achtel mit der Dauer von einer Achteltriole. Alle anderen Notenwerte sind vom Shuffle nicht betroffen.

Shuffle

𝄞5a Spielanweisung für den Swing oder Shuffle.

💡 In der Musikliteratur sind Textangaben wie Shuffle oder Swing in dem Notensystem zu finden, ohne weiter zu definieren, welche Noten wie lange klingen sollen. In den Partituren von tolaris ist der Shuffle eindeutig festgelegt.

Der Shuffle definiert die relative Tondauer, die tatsächliche Tondauer folgt aus dem Tempo: mit 60 Schlägen pro Minute wie in Get started klingt die Viertelnote 1 Sekunde, davon entfallen ⅔ auf das erste Achtel. In der Praxis gibt ein Metronom oder ein Schlagzeug das Tempo vor und du wirst das Gefühl für den Shuffle schnell entwickeln, indem du die Beispiele hörst und dazu spielst. Und Schwankungen im Tempo und bei der Interpretation des Shuffles gehören dazu, selbst bei den Profis.

Inhaltlich ist der Blues durch seine Blue Notes gekennzeichnet und seinen Shuffle. Blues ist jedoch ein in Musik ausgedrücktes Lebensgefühl. Einen Blues musst du fühlen – und Gefühle lassen sich nur schwer vermitteln.

Get started ist einfach aufgebaut und trotzdem interessant. Der erste Ton – das e – ist eine Viertelnote, alle anderen Noten im Takt 1 sind Achtelnoten. Die Achtelnoten auf den Zählzeiten 3+ und 4 – das d der offenen -Saite – sind mit einem Haltebogen versehen. Damit bekommt dieses einfache Musikstück einen rhythmischen Akzent¹, indem die Zählzeit 4 nicht gespielt wird.

Spielen, greifen, begreifen und anpassen

Für einen Anfänger ist auch ein einfaches Musikstück nicht einfach. Deswegen nimm dir zuerst nur den Takt 1 vor und lass ihn in einer Endlosschleife spielen.

Ist das vorgegebene Tempo zu langsam oder zu zu schnell für dich, passt du es in der Partitur an. (Du hast die Hinweise gelesen?) Die Anpassung des Tempos ist ein wesentliches didaktisches Element, um Frust zu vermeiden.

Dann übst du den Takt 2. Dann Takt 1 und 2 zusammen. So arbeitest du dich Takt für Takt durch das Musikstück. Dabei hilft dir:

  • das Griffbrettdiagramm mit dem Akkordnamen und dem Fingersatz für die Griffhand über dem Notensystem wie in und über jedem neuen Akkord
  • die tolaris-Akkord-Organisation (tAO) wie in und zwischen der Tabulatur und dem Notensystem
  • die Tabulatur

Das Notensystem zeigt u.a. die Tonhöhe und den Notenwert jeder Note, die Tabulatur zusätzlich die Griffposition:

  • 0 bedeutet, die offene Saite zu spielen.
  • 2 bedeutet, den 2. Bund der Saite zu greifen und zu spielen.

Die Tabulatur zeigt die Notenwerte über der Tabulatur. Der erste Ton in 𝄞𝘉𝘎.1.1.x¹ – das e auf der offenen -Saite – ist eine Viertelnote (Strich über der Tabulatur), alle anderen Noten im Takt 1 sind Achtelnoten (mit einem Balken, da sie hier paarweise auftreten). Eine einzelne Achtelnote trägt ein Fähnchen am Notenhals wie in 𝄞𝘉𝘎.1.1.3.1.s¹.

Get started ❶ Tabulatur

𝄞𝘉𝘎.1.1.x¹ Die Tabulatur von Get started für die erste Gitarre G1.

Es ist sinnvoll, mit dem Notensystem und der Tabulatur parallel zu arbeiten, um alle Informationen zu sehen. Weitere mögliche Angaben sind:

  • der Fingersatz für die Spielhand zum Zupfen der Saiten (als Alternative zum Plektrum)
  • der Auf- und Abstrich für das Spiel mit dem Plektrum in Form von Symbolen wie in .

Die Angaben sind auch in dem Notensystem notiert, jedoch unsichtbar. Der Menübefehl Ansicht > Anzeigen > Unsichtbares anzeigen blendet diese Informationen ein, jedoch farblos. Ein Rechtsklick auf einen Buchstaben RH zeigt mit Auswahl > Mehr den Dialog Auswahl. Mit den Optionen Gleiche Unterart: RH Gitarre Fingersatz und Gleiche Notenzeile wählst du alle entsprechenden Angaben aus. Der Tastaturbefehl v setzt die Auswahl wahlweise auf sichtbar oder unsichtbar. Ebenso verfährst du mit dem Fingersatz LH, wenn du diese Informationen ebenfalls im Notensystem nutzen willst. In der Tabulatur kannst du die entsprechenden Informationen dann auf unsichtbar setzen.

Get started ❶

Ξ Details Ξ

Get started ❷

Ξ Details Ξ

Get started ❸

Ξ Details Ξ

Get started ❹

Ξ Details Ξ

Gut gestartet?

Wenn du hier angekommen bist, das Musikstück mit seinen Variationen spielen kannst und (etwas) von der Theorie mitgenommen hast: dann hast du Anfang erfolgreich geschafft. Und vermutlich etwas nicht hinterfragt, was bisher kein Thema war: die einzuhaltende Tondauer. Die Noten (hier: die Viertel und Achtel) sollten nur (!) dem Notenwert entsprechend klingen. Ein Beispiel: das Viertel auf der Zählzeit 1 in in den Takten 110 sollte klingen, bis die Note (hier: das erste Achtel) auf der Zählzeit 2 folgt. Das setzt voraus, das vorher gespielte Viertel auf der -Saite abzudämpfen, da dieses Achtel auf der -Saite liegt.

Eigentlich.

Beim Spiel mit dem Plektrum ist das teilweise, kaum oder gar nicht möglich, beim Spiel mit den Fingern hast du zwar die Saitenkontrolle und kannst gezielt einzelne Saiten dämpfen, allerdings wird das Spiel sehr viel schwieriger. Ohne zusätzliche Informationen in der Partitur zur Saitendämpfung musst du dir das erarbeiten und dann noch notieren. Dabei geht zuerst der Spielfluss und dann die Spielfreude flöten und kannst dir überlegen, ob du nicht sofort auf die Flöte umsteigst.

Eine einfache Möglichkeit besteht darin, den Handballen am Taktende kurz auf die Saiten zu legen, bevor du den nächsten Ton spielst. Das gelingt mit etwas Übung, ohne dass es nach staccato klingt. Damit verhinderst du den Klangbrei, wenn insbesondere offene Saiten nachklingen oder ungewollt mitschwingen. Diese Spieltechnik entspricht zwar auch nicht dem Notenbild, ist aber ein Kompromiss. Damit spielst du bis zum Taktende legato. In diesem Projekt werden wir das so handhaben.

Nachlese

Sind dir die Akkordnamen aufgefallen?

In und sind keine Akkorde vorhanden und folglich keine Akkordnamen, sondern E, A und B über den Takten notiert. Das sind die Informationen, in welchem tonalen Umfeld du dich befindest: die Tonstufen. Oder anders formuliert sind das die möglichen Akkorde in diesem Takt, ohne zu definieren, welche gemeint sind. In Takt 1 gehören die 3 verschiedenen Töne zu einem E7-Akkord. Zwei Töne davon sind ein e, der Ton auf der offenen -Saite und der Ton im 2. Bund der -Saite. Der dritte Ton liegt auf der offenen -Saite – also ein d – und entspricht der kleinen Septime in E. Dur oder Moll kommen als Töne nicht vor. Das Schema wiederholt sich in A und B und entspricht dem typischen Blues: 12 Takte mit den Tonstufen I · IV · V:

  • 1 Takt Tonstufe I
  • 1 Takt Tonstufe IV
  • 2 Takte Tonstufe I
  • 2 Takte Tonstufe IV
  • 2 Takte Tonstufe I
  • 1 Takt Tonstufe V
  • 1 Takt Tonstufe IV
  • in Takt 11 wird häufig Tonstufe I gespielt, die hier ersetzt ist durch eine Kombination aus V und IV
  • in Takt 12 wird häufig Tonstufe V gespielt, die hier ersetzt ist durch eine Kombination aus I und V

Diese Informationen bekommen Bedeutung, wenn eine zweite Gitarre dazu ein Solo spielt. Du kannst dir das Musikstück von MuseScore vorspielen lassen und die zweite Gitarre selbst spielen. Welche Töne? Bei diesem Musikstück hast du eine große Freiheit, wenn du entweder in der Tonart spielst oder in dem tonalen Umfeld der Takte. Die Tonart ist zwar E, aber ein Blues. Damit spielst du weder eindeutig Dur oder Moll sondern die Bluestonleiter in E mit den Halbtonschritten 0 · 2 · 3 · 5 · 6 · 7 · 10 · 12 nach tAO. Das entspricht den Tönen e · f♯ · g · a · a♯ · b · d. Jeder dieser Töne passt, egal wo.

Eine Alternative zur Bluestonleiter ist die Em-Pentatonik, eine reduzierte Bluestonleiter mit den Tönen e · g · a · b · d.

Eine weitere Alternative besteht in dem Spiel um die jeweiligen Akkorde in den Takten. Damit hast du einen großen Gestaltungsspielraum – vermeiden solltest du nur, zu der kleinen Septime in den einzelnen Takten einen Halbton drüber oder drunter zu spielen. Probiere es aus, allerdings schließt der Autor jede Haftung aus, falls eine Maulsperre zurückbleibt.

In und sind hinter den Akkordnamen eingekreiste Ziffern notiert: E7②·¹, A7①·¹ und B7④. Hinter diesen Bezeichnungen stecken Griffbilder, ein sich wiederholendes Muster quer durch alle Tonarten. Das Griffbild für den B7④ gibt es in identischer Form auch als A7④ etc. – nur einige Halbtöne versetzt. Jedes Griffbild trägt eine Ziffer mit einem Kreis wie ①, ② etc. Die Hochstellungen in den Akkordnamen stehen für Varianten des Akkords. Unter den Griffbrettdiagrammen ist jeweils der Fingersatz notiert – als Vorschlag, nicht als Dogma. In diesem Musikstück ist der Fingersatz den anderen Akkorden angepasst.

↓♫ Get started – G · Get started – P

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  • Zuletzt geändert: 2026/05/05 13:31
  • von wh